Rheinland-Pfalz ist mit 42 Prozent gemessen an der Landesfläche das waldreichste Bundesland. Gleichzeitig ist es eines der letzten Flächenländer in Deutschland ohne einen eigenen Nationalpark.
Im Koalitionsvertrag hat die rot-grüne Landesregierung im Mai 2011 vereinbart, nach einem geeigneten Gebiet für einen Nationalpark zu suchen. Mit dem Ziel, „innerhalb der Legislaturperiode eine geeignete Region zu finden und die notwendigen Schritte auf den Weg zu bringen“.
Dieser Nationalpark soll erst nach einem breiten Dialog mit allen Interessierten und Betroffenen eingerichtet werden. Das kündigte Umweltministerin Ulrike Höfken bei einer Plenarsitzung des rheinland-pfälzischen Landtags am 20. Oktober 2011 an. Mit dem Projekt soll ein weiterer Beitrag zur „Nationale Biodiversitätsstrategie“ umgesetzt werden. Diese sieht auf den Waldflächen im öffentlichen Eigentum zehn Prozent Naturwald vor. Ein gutes Drittel Naturwaldfläche ist bereits vorhanden. Der Nationalpark könnte ein weiteres Drittel hinzufügen.
Fünf Auswahlkriterien sind bei der Suche nach einem geeigneten Gebiet zu beachten:
- Die Fläche soll im Eigentum des Landes sein.
- Das Gebiet soll 8000 bis 10.000 Hektar groß sein.
- Auf 75 Prozent dieser Fläche soll sich die Natur frei entwickeln können.
- Das Gebiet soll herausragende Bedeutung für den Biotopverbund besitzen.
- Die Fläche soll weitgehend unzerschnitten sein.
Nach Anlegen dieser Auswahlkriterien favorisierte das Umweltministerium folgende Regionen in Rheinland-Pfalz als vorrangig geeignete Suchräume:
- Saargau-Hochwald (keine Interessensbekundung)
- Hochwald-Idarwald
- Soonwald (keine Interessensbekundung)
- Pfälzerwald (keine Interessensbekundung
- Baumholder (wegen militärischer Nutzung nicht möglich)

