Auch der Pfälzerwald ist einer der Suchräume, in denen ein rheinland-pfälzischer Nationalpark ausgewiesen werden könnte. Diese zu 80 bis 90 Prozent bewaldete und etwa 1800 Quadratkilometer große Mittelgebirgslandschaft im Südwesten von Rheinland-Pfalz ist überwiegend von Buntsandstein geprägt.
Schon 1959 wurde ein „Naturpark Pfälzerwald“ gegründet. Dieser war einer der ersten Naturparks der Bundesrepublik und zählt mit seiner Größe von 179.000 Hektar zu den größten Naturparks Deutschlands. Sein primäres Ziel: Der Naturpark sollte für die Bevölkerung der umliegenden Ballungsräume eine großräumige, weitgehend unberührte und naturnahe Landschaft als Ort der Erholung und Begegnung mit der Natur zu erhalten und erschließen.
Offiziell eingerichtet wurde das Landschaftsschutzgebiet Naturpark Pfälzerwald im Jahr 1967. Die Unterschutzstellung konnte später mit der „Landesverordnung über den Naturpark Pfälzerwald“ (1984) aktualisiert und erweitert werden. Deren erklärtes Ziel es ist, den Landschaftsraum zu schützen, um die Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Gebiets zu erhalten. 1992 erfolgte die Anerkennung als „12. deutsches Biosphärenreservat“ durch die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO). Der Pfälzerwald gehört seitdem zum weltweiten Netz der Biosphärenreservate. Damit leistet der Naturpark einen wichtiger Beitrag zum globalen Erhalt der biologischen Vielfalt und zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen der Erde.
Seit 1998 stellt der Pfälzerwald den deutschen Teil des grenzüberschreitenden deutsch-französischen Biosphärenreservats „Pfälzerwald-Nordvogesen“ dar. Viele binationale Projekte zielen auf die Schaffung einer gemeinsamen Identität und einer gemeinsamen Verantwortung für das zu bewahrende Natur- und Kulturerbe.
Von Westen nach Osten wird der Pfälzerwald von drei großen Bachtälern durchschnitten: im Süden das Queichtal, in der Mitte das Hochspeyerbachtal und im Norden das Isenachtal. Etliche Seitentäler untergliedern das Mittelgebirge weiter und bewirken so die besondere Vielgestaltigkeit der Landschaft. Der Pfälzerwald gilt als größtes zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Rund 70 Prozent des Waldes besteht aus Nadelhölzern, unter denen die Kiefer an erster Stelle steht, weil sie am besten mit den trockenen und nährstoffarmen Sandböden des Buntsandsteins zurechtkommt. Berühmt sind auch die wertvollen Furniereichenbestände des inneren Pfälzerwaldes und die Edelkastanienwälder am Fuß des Pfälzerwaldes zur Weinstraße hin. Besondere Blickfangpunkte in der Landschaft sind die Felsentürme des südlichen Pfälzerwaldes, deren leuchtende Farben mit dem Sonnenstand und dem Eisenanteil im Gestein changieren. Neben Ausgangspunkten für viele Sagen dienten und dienen sie auch als Standorte für viele Felsenburgen; heute stellen sie gern besuchte Wanderziele und Kletterobjekte dar.
In den Grenzen des Naturparks Pfälzerwald kommt das Quellgebiet der Wieslauter für die Ausweisung eines Nationalparks infrage.
Fazit: Ein Nationalpark Pfälzerwald könnte innerhalb der Grenzen des bereits bestehenden Naturparks realisiert werden. Es wird darauf ankommen, die Menschen der betroffenen Kommunen umfassend zu informieren, ihre Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen und die durch geeignete Maßnahmen abzubauen.
(Quelle: www.pfaelzerwald.de)
